Kirchengemeinde

Wewelsfleth

Ermutigendes - nicht nur zu Coronazeiten

zum 17. Mai


Liebe Wewelsfletherinnen, liebe Wewelsflether!


Im letzten Extragemeindebrief habe ich unsere Lage in dieser schwierigen Zeit schon mit Noah, der Sintflut und der Arche verglichen. Inzwischen sind wir in dieser Geschichte an einer anderen Stelle angekommen:


Wir sind jetzt da, wo die Taube das 1. Mal wieder kommt, nachdem sie feststellen sollte, ob es schon wieder genug trockenes Land gibt. Wenn Sie einen Zweig mitbringt, dann ist das das Zeichen dafür, dass es bald soweit ist, weil die Wipfel der Bäume schon wieder sichtbar sind.


Und nun ist die Taube wieder zurückgekommen und hat irgendetwas im Schnabel mitgebracht - tja, was mag das sein? Ist das wirklich ein Zweig? So recht erkennen kann man das eigentlich nicht, und deshalb drehen Noah und seine Söhne das, was die Taube da mitgebracht hat, noch ganz unsicher in der Hand.


Aber die Nachricht verbreitet sich in der Arche wie ein Lauffeuer, und während Noah noch überlegt, was jetzt wohl das Richtige ist, haben die Ersten schon die Luke geöffnet und stürmen ins Freie.


Ich sehe Noah vor mir, wie er mit ausgebreiteten Armen an der geöffneten Luke seiner Arche steht und die Tiere in buchstäblich über den Haufen rennen, so hatte er sich des nicht vorgestellt.


Und dann sind da auch noch Tiere auf der Arche, die inzwischen sagen: das ist ja alles übertrieben gewesen, dass wir uns hier auf die Arche haben locken lassen! So lange eingesperrt zu sein auf diesem Schiff - das wäre doch gar nicht nötig gewesen!


Und einige sagen sogar: seht euch durch um, es hat gar keine Sintflut gegeben. Alles "Fake-News".


Fake-News hätte damals natürlich noch niemand gesagt, das ist ja erst eine Erfindung unserer Zeit.


Ich weiß nicht, wie es ihnen geht, aber ich weiß im Moment nicht recht, was ich von der Lage halten soll. Wir sind bisher davon­gekommen. Aber war es das jetzt? Ist die Krise jetzt überwunden? Und war das überhaupt alles nötig?

 

Ich frage mich das, und habe doch zugleich die Bilder aus Italien, Spanien, Frankreich und den USA vor Augen, wo das ganze Gesundheitssystem praktisch zusammengebrochen ist. Und ich denke an die Opfer, die die Seuche bei uns schon gefordert hat.


Nein: Die Pandemie ist Wirklichkeit, und sie ist keine Erfindung, keine Fake-News.


Nach der Zeit der Beschränkungen geht es jetzt schnell, vielleicht zu schnell. Überall wird alles gelockert und man weiß schon gar nicht mehr, welche Einschränkungen überhaupt noch gelten.


In der Kirche hinken wir hinterher; wir haben erst vor wenigen Tagen die vielen Auflagen, die wir bekommen haben, in ein Hygienekonzept übertragen müssen. Danach sind Gottesdienste so, wie wir sie gerne feiern würden, noch nicht möglich.


Wir meinen: Das, was uns da an Beschränkungen auferlegt wurde, erstickt jede Freude an einem gemeinsamen Gottesdienst. Deshalb verzichten wir bis Pfingsten noch darauf.


Aber nächste Woche soll es schon neue Regeln geben, die das Land Schleswig-Holstein erlässt, und dann wird wahrscheinlich alles schon wieder anders sein, auch für uns in der Kirche.


Wie gesagt, im Augenblick überschlägt sich alles ein wenig und ich finde es schwierig, die Folgen wirklich abzusehen. Und langsam möchte ich auch am liebsten gar nichts mehr zu diesem Thema hören. Das geht Ihnen vielleicht ähnlich.


Die Geschichte von Noah und der Arche endet ja in Wirklichkeit ein bisschen anders, als ich es oben geschildert habe. Da stürmen ja nicht einfach die Tiere alle aus dem Schiff und in alle Richtungen auseinander. In der Bibel endet die Geschichte damit, dass Noah und alle Geretteten Gott mit einem Gottesdienst danken, dass sie bewahrt wurden.


Und dann setzt Gott als wunderbarer Abschluss seinen Regenbogen an den Himmel. Als Zeichen dafür, dass die Katastrophe vorbei ist und für die Menschen zur Erinnerung daran, dass auch auf die schwersten Zeiten wieder gute Tage folgen werden. Der Regenbogen: das Hoffnungszeichen.


Wir brauchen einfach noch ein bisschen Geduld! Deshalb zur Aufmunterung hier schon mal ein schönes bekanntes Maienlied, das wir sonst jetzt in der Kirche singen würden. Niemand verbietet uns, wenn es jeder für sich summt oder singt:

Wie lieblich ist der Maien

Wie lieblich ist der Maien

aus lauter Gottesgüt,

des sich die Menschen freuen,

weil alles grünt und blüht.

Die Tier sieht man jetzt springen

mit Lust auf grüner Weid,

die Vöglein hört man singen,

die loben Gott mit Freud.


2. Herr, dir sei Lob und Ehre

für solche Gaben dein!

Die Blüt zur Frucht vermehre,

lass sie ersprießlich sein.

Es steht in deinen Händen,

dein Macht und Güt ist groß;

drum wollst du von uns wenden

Mehltau, Frost, Reif und Schloß’*

                                           * = Hagel


Wie geht es jetzt weiter in unserer Gemeinde?

Himmelfahrt fällt unser traditioneller Freiluftgottesdienst in Kasenort noch aus. So eine große Veranstaltung kann im Moment niemand verantworten. Alle Pastorinnen und Pastoren der Region werden aber einen gemeinsamen Gruß zu Himmelfahrt im Internet veröffentlichen. Stichwort Internet: eine Andacht „online“ ist kein Ersatz für einen richtigen Gottesdienst. Aber immerhin: der Gruß aus unserer Kirche zu Ostern ist sehr positiv aufgenommen worden. Der Kirchengemeinderat hat deshalb beschlossen, dass es zu besonderen Anlässen auch in Zukunft so etwas auf YouTube geben soll. Als ergänzendes, neues Angebot. Sie dürfen sich also schon zu Pfingsten auf einen weiteren Videogruß aus unserer Kirche freuen.


Am Pfingstmontag um 9:30 Uhr möchten wir aber auch wieder mit den Gottesdiensten in der Kirche beginnen. Welche Auflagen dann für uns gelten, kann im Moment noch niemand sagen. Wir werden alles verantwortungsbewusst umsetzen. Ich hoffe, dass wir dann schon wieder singen dürfen. Und wenn das Wetter es zulässt, können wir ja auch draußen den Gottesdienst feiern. Das werden wir recht spontan entscheiden. Bis dahin: bleiben Sie gesund und behütet!

Ihr Pastor Jens Siebmann


Zum 26. April


Die wievielte Woche der Coronakrise haben wir jetzt eigentlich?


So langsam verliert man den Überblick. Manchmal muss ich direkt nachdenken, welchen Wochentag wir haben. Das Virus hat uns immer noch im Griff.


Obwohl es ja nun ein paar Lockerungen gibt.

In mir sind gleichzeitig 2 Stimmen: die eine Stimme sagt: endlich! Wie lange habe ich darauf schon gewartet, und wie sehr wünsche ich mir jetzt mehr davon. Diese eine Stimme in mir ist ungeduldig und möchte am liebsten noch mehr Freiräume. Sie sagt: Das alles dauert schon viel zu lange, es wird Zeit, dass wir uns wieder ganz normal treffen können.


Die andere Stimme in mir ist besorgt: hoffentlich ist das nicht zu früh! Geben wir dem Virus jetzt nicht wieder eine Chance, sich so zu verbreiten, dass unser Gesundheitswesen überfordert ist? Und werden wir nicht dadurch zu leichtsinnig, dass wir schon wieder einige Beschränkungen aufheben?


Ich fürchte fast, dass die zweite Stimme in mir recht hat, und wir eine zweite Welle der Krankheit fürchten müssen. Jedenfalls beobachte ich mehr und mehr unvorsichtige Menschen, die offenbar glauben, dass die Krise schon überwunden ist. Darüber ärgere ich mich, wenn einige so unverantwortlich handeln.


Ich wünsche mir ja, dass die erste Stimme recht hat, die sich noch mehr Freiräume wünscht, aber ich kann es nicht glauben.


Auch wenn es anstrengend und belastend ist: ich glaube, dass wir noch lange nicht über den Berg sind und deshalb einfach noch Geduld brauchen.


Was kann uns helfen, diese Geduld zu bewahren?


Durch den Tipp einer Kollegin bin ich auf eine Internetseite gestoßen, die "Von Noah und seiner Arche lernen" heißt. Ich finde, vieles von dem, was auf die Geschichte der Sintflut und der Arche Noah passt, liest sich wie eine Handlungsanweisung gerade für diese Zeit, die wir gerade durchmachen.


Von Noah können wir nämlich unter Anderem das Folgende lernen:


Plane vorausschauend!
Es hat nicht geregnet, als Noah die Arche baute.

Hör nicht auf die Kritiker! Tu einfach die Arbeit weiter, die getan werden muss.

Bau auf festem Grund!

Um der Sicherheit willen reise paarweise.

Geschwindigkeit ist nicht immer rein Vorteil!
Schnecken waren ebenso an Bord wie Geparde.

Wenn du gestresst bist, lass dich eine Weile treiben.

Wenn Du im Mist versinkst, sitz nicht einfach da und beschwere dich – schaufle!

Denke daran, dass die Arche von Amateuren gebaut wurde; die Titanic von Profis!

Vergiss nicht: Wir sitzen alle im selben Boot.

Und meine Lieblingslektion von Noahs Arche?

Egal wie dunkel die Wolken und wie stark der Sturm,
gib nicht auf! Halte Ausschau nach dem Regenbogen!

Irgendwann werden wir sicher den Regenbogen sehen, Gottes Zeichen, dass die Katastrophe vorbei ist und das Leben weitergeht. Hoffen wir, dass es nicht mehr zu lange dauert und achten auf die kleinen positiven Zeichen, die uns schon jetzt begegnen:

Dass Menschen sich gegenseitig helfen und füreinander einstehen ist so ein Zeichen. Die Krise setzt auch viel Kreativität frei. Dass viele sich zum Beispiel hinsetzen und Masken nähen, die wir alle spätestens nächste Woche brauchen, das ist für mich eines dieser Hoffnungszeichen.

Und wie wird es weitergehen mit den Gottesdiensten?

Mein aktueller Stand (Mittwoch) ist, dass Gottesdienste nach wie vor verboten sind. Mindestens bis Ende April. Danach wird es sicher nur mit Auflagen weitergehen. Darüber wird zur Zeit beraten.

Man wird dann sehen müssen, ob wir diese Auflagen in unserer kleinen Dorfkirche erfüllen können, oder ob man nicht lieber doch noch ein wenig wartet.

Persönlich wäre es mir lieber, mit richtig schönen Gottesdiensten zu starten, als mit einer Not-Lösung, in der jeder mit Maske ganz allein in einer Bank sitzt und vielleicht nicht mal gesungen werden darf. Es hängt natürlich auch davon ab, wie lange die Beschränkungen noch in Kraft bleiben: wenn es noch sehr lange dauert, sind eingeschränkte Gottesdienste besser als gar keine.

Was meinen Sie? Lieber früher beginnen, auch wenn es mit Einschränkungen ist: Hauptsache, wir feiern wieder Gottesdienst, oder lieber noch warten? Ich wäre interessiert, ihre Meinung zu hören!

Auch ich habe mich gefragt, warum ausgerechnet Gottesdienste ausdrücklich verboten sind, wo doch so vieles andere wieder geht: Kirche nein, aber Baumarkt ja?

Man muss berücksichtigen, dass sich in einer Kirche viele Menschen versammeln, die zur Hauptrisikogruppe gehören. Wer will die Verantwortung übernehmen, wenn ausgerechnet bei uns in der Kirche ein Mensch sich ansteckt?

Manche sagen, auf Gottesdienste zu verzichten wäre übertrieben, das hätte es in der ganzen Geschichte der Kirche noch nie gegeben. Gerade jetzt bräuchten die Menschen das gemeinsame Gebet in einer Kirche. Das stimmt - aber nur zum Teil. Wer so spricht, der übersieht dabei eines: man hat früher gar nicht gewusst, wie sich Epidemien verbreiten. Deshalb hat man sich beispielsweise zu Zeiten der Spanischen Grippe 1918 trotzdem in den Kirchen getroffen - und damit leider oft zur Ausbreitung einer Seuche entscheidend beigetragen. Das will heute niemand!

In rund zwei Wochen erscheint der nächste Extra-Gemeindebrief. Bis dahin: bleiben Sie gesund und behütet!




  

Zu Ostern

Liebe Wewelsfletherinnen, liebe Wewelsflether!

Langsam wird unsere Pinnwand in der Küche leer: eine Einladung nach der anderen, die ich zu einem besonderen Anlass bekommen habe, muss ich abnehmen. Fällt aus, abgesagt, verschoben. So viele Feste, die wir im Moment nicht feiern können.

Natürlich fehlen diese besonderen Höhepunkte. Besonders traurig ist für die, die ihren besonderen Anlass, den Geburtstag oder das Hochzeitsjubiläum, nun nicht wie geplant feiern können. Nicht mal Trauerfeiern dürfen wir wie gewohnt haben, und das tut besonders weh.

Aber wissen Sie, was mir besonders fehlt in dieser Zeit?

Mir persönlich fehlt am meisten der ganz normale Alltag. Einfach Menschen aus der Familie oder Freunde zu treffen. Nicht beim Einkaufen ängstlich Abstand zu halten.

Mit anderen an einem Tisch zu sitzen und zu essen und zu trinken, einfach zusammen sein und Spaß haben.

Sich auf der Straße zu begegnen, sich die Hand zu geben und zu fragen: wie geht es dir? Jemanden in den Arm zu nehmen, der traurig ist.

Mir fehlen plötzlich ganz gewöhnliche Dinge, bei denen ich oft vorher gar nicht gewusst habe, wie wichtig sie mir sind. Die Proben in unserem Chor und im Orchester. Sport in meiner Männergruppe. Die Fußball-Bundesliga. Und natürlich Handball: mit 10.000 anderen Menschen in der Halle die Begeisterung über einen Sieg oder die Trauer über eine Niederlage zu teilen. Das fehlt mir. Bei ihnen werden es sicher andere Dinge sein.

Wenn ich darüber nachdenke, dann kann ich es so zusammenfassen: Die Nähe zu anderen Menschen fehlt mir.

Nähe zu den Menschen - das ist ja auch der Kern unserer kirchlichen Arbeit, und es fällt schwer, dass das alles jetzt nicht möglich ist. Natürlich versuchen wir, andere Wege zu gehen. Dieser Brief hier ist ein Teil davon. Zu Ostern wird es auch eine Andacht aus unserer Kirche im Internet zu sehen geben. Aber machen wir uns nichts vor: alle diese Versuche können die persönliche Begegnung von Mensch zu Mensch nicht wirklich ersetzen.

Ja, mir fehlt der Alltag. Und mir ist bewusst, dass es viele Menschen gibt, die unter der Situation mehr zu leiden haben als ich.

Wir müssen auf Vieles verzichten.

Auch auf das gemeinsame Osterfest, wie auch immer sie das für sich sonst gestalten: vielleicht mit einem schönen Frühstück in der Familie, mit einem fröhlichen Ostergottesdienst, mit Ostereier suchen oder einem schönen Spaziergang.

So vieles geht jetzt nicht, und irgendwie kann man sich gar nicht vorstellen, dass es auch mal wieder anders wird. Dass wir wieder zusammen feiern können und auch einen ganz normalen Alltag haben, von dem zumindest ich vorher gar nicht gewusst habe, was für ein großer Schatz das alles eigentlich ist.

Damit sind wir ganz dicht beim Thema Ostern!

Ostern ist ja das Fest des Lebens. Das Fest der Freude darüber, dass nicht der Tod uns bestimmt, sondern dass der Gott des Lebens siegt. Gott hat Jesus nicht am Kreuz hängen gelassen.

Ich weiß, dass die Botschaft, dass Gottes Sohn von den Toten auferstanden ist, schwer zu fassen ist. Schon in der Ostergeschichte in der Bibel steht, dass sogar die Jünger das zunächst für leeres Gerede hielten, als die Frauen es ihnen berichten. Und doch ist es wahr. Und genauso wahr ist es, dass das Leben, das zur Zeit im Würgegriff von Corona ist, wieder auferstehen wird. Die Krise wird irgendwann vorbei sein, auch wenn wir uns das vielleicht im Moment so schwer vorstellen können, wie die Jünger in Jerusalem nicht glauben konnten, dass das Grab von Jesus tatsächlich leer ist.

Das Leben wird siegen. Wir müssen diese Zeit jetzt durchstehen, weil es nicht anders geht und weil es Leben rettet. Aber alles das, was uns jetzt so fehlt, das wird alles wieder kommen. Und wir werden es dann feiern, auch mit einem richtig schönen Gottesdienst in der Kirche! Dann können wir auch Ostern so richtig nachholen!

Bis es soweit ist: am Ostersonntag erwartet Sie vor unserer Kirche unser Osterkreuz mit einem kleinen Gruß für sie zum Mitnehmen. Und auf unserer Homepage www.kirche-wewelsfleth.de finden Sie einen Link zu einem Videogruß aus unserer Kirche.

In zwei Wochen gibt es den nächsten Extra-Gemeindebrief, dann wissen wir wohl schon mehr, wie es weitergeht.

Bleiben Sie gesund und behütet!

Ihr Pastor

  

Zum Sonntag, 29. März 20


Es sind schwere Zeiten. Zeiten mit großen persönlichen Einschränkungen. Auch mit großen seelischen Belastungen.



Es ist für mich gerade eine ganz eigenartige Stimmung: die Ruhe vor einem Sturm, vom dem man hofft, ihn irgendwie zu überstehen und dass er nicht so schlimm wird.



Trotzdem gibt es auch jetzt Dinge, für die ich dankbar bin. Und die mir Hoffnung geben:



Ich bin dankbar für meine Familie und die Freunde, mit denen ich Kontakt habe, auf welche Weise auch immer. Weil ich spüre: ich bin nicht alleine, auch wenn wir uns ganz konkret nicht nahe sein können.



Ich bin dankbar, dass wir in unserem Dorf leben können, mit der Natur um uns herum, mit unseren Gärten. Ich mag mir nicht ausmalen, jetzt in der Enge einer Stadt zu wohnen, da haben wir es doch verhältnismäßig gut.



Ich bin dankbar für die, die sich gerade jetzt dafür einsetzen, dass das Leben weitergehen kann: dass der Laden auf ist, die Arztpraxis. Ich bin dankbar für die, die sich um andere kümmern, vor allem in den Krankenhäusern. Es gibt so viele stille Helden in diesen Tagen!



Ich bin auch dankbar, dass wir in diesem Land leben. Bei allem, was man über Politiker ja auch denken kann: ich persönlich glaube, dass wir in guten Händen sind und dass die, die jetzt die schwere Verantwortung tragen, das so gut machen, wie es eben überhaupt geht. Menschen, die sich beraten lassen von Experten, die kompetent sind. Was für einen Schatz an klugen Wissenschaftlern haben wir doch bei uns!



Ich erlebe die Menschen, die jetzt schwere Entscheidungen treffen müssen so: Ruhig, entschlossen und besonnen.


 


Mich erinnert das an einen Satz aus der Bibel: Gott hat uns nicht den Geist der Furcht gegeben, sondern den Geist der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.*


*2. Timotheusbrief, Kapitel 1, Vers 7



Für mich fasst das zusammen, worauf es jetzt ankommt.



Geist der Besonnenheit: das heißt für mich: nicht panisch werden, sondern sich an das halten, was uns die Experten sagen.



Geist der Liebe, Geist der Kraft: das ist für mich alles, was uns Mut gibt, uns für andere einzusetzen, sich zu kümmern, füreinander da zu sein. Und auch an sich selbst zu denken und die Hoffnung zu bewahren.



So, wie ich es in einem der vielen Texte gefunden habe, die einem jetzt im Internet angesichts der Krise begegnen:



Nicht alles ist abgesagt

Sonne ist nicht abgesagt

Frühling ist nicht abgesagt

Beziehungen sind nicht abgesagt

Liebe ist nicht abgesagt

Lesen ist nicht abgesagt

Zuwendung ist nicht abgesagt

Musik ist nicht abgesagt

Phantasie ist nicht abgesagt

Freundlichkeit ist nicht abgesagt

Gespräche sind nicht abgesagt

Hoffnung ist nicht abgesagt

Beten ist nicht abgesagt.



Hoffnung und Beten sind nicht abgesagt!



Bei uns in der Kirche brennt jeden Abend ab 18 Uhr ein Licht der Hoffnung: eine Kerze auf dem Altar (keine Angst: sie ist elektrisch).



Sie können sicher sein: auch in der Dunkelheit brennt da für uns alle dieses Licht. Auch wenn wir zur Zeit nicht hin können: Das Licht leuchtet. Ein kleines Zeichen dafür, dass Gott uns nicht verlässt.



Bleiben Sie gesund und behütet!


Ihr Pastor Jens Siebmann